Potenzial vorhanden

Im Landkreis gibt es noch einige freie Gewerbeflächen
Die Suche nach größeren Gewerbeflächen ist nicht immer einfach. Im Kreis Göppingen ist Potenzial vorhanden. So gibt es in Zell, Türkheim und dem Stauferpark auch in anderen Orten Pläne für Gewerbeparks.
STEPHANIE AHR

Zusammenhängende Flächen sind ab einer Größe von zwei Hektar allgemein Mangelware. Kopfzerbrechen bereitet das Reiner Lohse, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung des Landkreises Göppingen, aber nicht. Zumindest noch nicht. Denn in den Gewerbegebieten Wängen bei Zell, Geislingen-Türkheim und dem Göppinger Stauferpark sind noch einige Flächen für Investoren übrig.

Im Norden des Stauferparks läuft derzeit die Vermarktung des 11 Hektar großen Areals. Die 15 Hektar im Süden sind bereits vermarktet - 12,5 Hektar gingen an die Firma Kleemann.
Potenzial ist auch auf der schwäbischen Albhochfläche zwischen dem Filstal und der Alb-Donau-Region vorhanden. Der Gewerbepark „Schwäbische Alb“ liegt auf der Gemarkung des Geislinger Ortsteils Türkheim. Vermarktet vom Zweckverband „Gewerbepark Schwäbische Alb“ ist das interkommunale Gebiet für Gewerbe- und Dienstleistungseinrichtungen auf eine Netto-Gewerbefläche von 42 Hektar ausgelegt. Derzeit sind rund zehn Hektar erschlossen. Drei Anfragen - unter anderem von der Energieversorgung Filstal - liegen dem Zweckverband vor. Für diese würden annähernd sieben Hektar benötigt. Durch die Lage im Außenbereich Geislingens sowie die Einbettung des Gebietes in die Alblandschaft sind Nachbarschaftskonflikte praktisch ausgeschlossen. Zudem ist ist durch die Nähe zur A8 und B10.
Ebenfalls einen Zweckverband zur wirtschaftlichen Entwicklung des Raumes im Gewerbepark Wängen haben die Gemeinden Zell u. A., Hattenhofen und Aichelberg Ende 2007 gegründet. Ziel ist es, mittelständische Firmen anzusiedeln, um so Arbeitsplätze für die Einwohner zu schaffen.
In der Nähe der A 8 sind im Regional- und Flächennutzungsplan 6,9 Hektar ausgewiesen. Allerdings soll das Areal ein reiner Gewerbe- und kein Industrieepark sein. Speditionen und Logistikunternehmen sind daher ausgeschlossen. Aktuell hat die Wala Interesse für ein dreieinhalb Hektar großes Areal bekundet, das sie mit einem Kunden- und Vertriebszentrum belegen würde. Ferner gibt es noch drei Interessenten aus Zell,die sich im Gewerbepark niederlassen wollen.
Auch in Uhingen tut sich was nach dem Willen der Stadtverwaltung. Konkret handelt es sich um ein Gewerbegebiet im Westen.
Die Spedition Wackler will hier ihr Logistikzentrum errichten. Doch noch stellt sich der Verband Region Stuttgart quer. Grund: Die Grünzone ist wichtig für die Frischluftzufuhr von Ost nach West. Neue Gewerbeflächen sollen dagegen in Ebersbach entstehen. Ist das Bebauungsplanverfahren erfolgreich, kämen zum bislang 33 Hektar großen Gelände des Gewerbegebiets „Strut“ weitere 12,5 Hektar hinzu. Da die Ansiedlung des Logistikzentrums der Firma Wackler auch an dieser Stelle möglich wäre, käme auch ein interkommunales Gewerbegebiet gemeinsam mit Uhingen in Frage.
Überlegungen zu einem weiteren Gewerbegebiet gibt es auch in Eislingen. In der Tallage zwischen dem Sportzentrum am Eichenbach im Westen und der Markungsgrenze zu Salach im Osten soll nach Willen der Stadt ein 6,5 Hektar großes Gewerbegebiet entstehen. Grundbedingung für die Realisierung ist der angestrebte Weiterbau der B10.
Nimmt man die geplanten und bereits erschlossenen Gebiete aus, so sind nach Wirtschaftförderer Lohse nur noch wenig Entwicklungsflächen vorhanden. „Meistens sind es Restflächen, wenn beispielsweise jemand Insolvenz anmeldet“, sagt er.
Für die Ansiedlung des Gewerbes gilt es nun, mit dem zu wuchern, was man hat. „Neben Natur und Tourismus ist unsere Stärke die Dienstleitung“, betont Wirtschaftsförderer Lohse. Er warnt jedoch davor, sich als „verlängerte Werkbank“ zu präsentieren. Lohse: „Wir brauchen stattdessen Leute, die den mechatronischen Gedanken umsetzen - sei es in der Produktion oder in der Forschung.“ Denn um zukunftsfähige Arbeitsplätze zu schaffen, müsse man auch in die Forschung investieren. „Das Potenzial ist mit der Hochschule und dem Göppinger Kompetenzzentrum Mechatronik vorhanden. Es ist wichtig dieses mit den Betrieben zu vernetzen“, so Lohse.

www.alb-gewerbepark.de
www.zell-u-a.de
www.uhingen.de
www.wackler.cargoline-gruppe.de

 

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