Jede Menge Wasser

Stararchitekt Matteo Thun plant neue Thermenwelt
In Bad Überkingen soll ein „Water Village“, ein Wasserdorf, entstehen - dazu sollen das Thermalbad und der Kurpark der Gemeinde komplett umgebaut werden.
CONSTANTIN FETZER

Bürgermeister Martin Joos freut sich sichtlich auf das geplante Projekt, auch wenn es einige Mühe gekostet hat, bis die Planungen spruchreif waren. Nun aber klingt es um so besser, das, was bis vor kurzem noch mit dem Arbeitstitel „Vitalcenter“ daher kam. Jetzt soll aus dem Kurpark eine eigene Wasserwelt, ein „Water Village“, so der englische Arbeitstitel, werden.

Der Stararchitekt Matteo Thun, der in Mailand sein Büro hat, hat sich der Sache angenommen. Die Grundidee von Thun, der auf dem Gebiet der Bäderplanung zu den besten der Welt zählt, ist schon etwas Besonderes: Es soll nicht einfach einen neuen Thermalbad-Neubau geben. Bis zu acht zweigeschossige, pavillonartige Quellhäuser im Kurpark sind geplant. Das Ganze soll in die schön gestaltete Anlage und den eindrucksvollen Baumbestand eingebunden werden.
Ob der Kurpark dann künftig für die Öffentlichkeit vollständig frei zugänglich sein kann, das ist noch zu diskutieren - jedoch wird Bad Überkingen seinen zahlreichen Gästen aus nah und fern mit diesen Plänen etwas Außergewöhnliches präsentieren. Schließlich könne man auf verschiedene Quellen zurückgreifen, die jeweils einen eigenen Charakter haben - und das müsse man nutzen, meint auch Martin Joos, der rührige Bürgermeister, der das Konzept mit der Mineralbrunnen AG gestaltet hat.
Denn deren Zustimmung ist wichtig, liegt doch ein Teil des geplanten Neubaus auf dem Firmengelände - eine bislang ungenutzte Halle des bundesweit bekannten Getränkeherstellers müsste weichen. Auch hier stehen die Zeichen mittlerweile auf grün: Die Kurverwaltung und der Bürgermeister können die Pläne von Matteo Thun etwas beruhigter auf den Tisch holen. Unlängst ist das endgültige gemeinsame Konzept, das Matteo Thuns Arbeit nun zugrunde liegt, von den Beteiligten verabschiedet worden.
Demnach wird es auch einen Erweiterungsbau an das bestehende traditionsreiche Bad-Hotel geben. Dieser Neubau wird neben weiteren Zimmern auch einen zeitgemäßen Veranstaltungs- und Tagungsbereich haben und damit das Haus nach vorne bringen. Auch sollen hier die Umkleiden, Fitnessbereiche, Parkplätze, ein Restaurant, die Hotelverwaltung und -rezeption sowie technische Anlagen untergebracht sein. Das Herzstück praktisch.
Auch das Verkehrskonzept hat Matteo Thun unter die Lupe genommen und plant weitere Zufahrten zu der neuen Badlandschaft - denn die vielen Gäste, die dann künftig zusätzlich erwartet werden, sollen schnell und einfach den Weg finden. Die Idee des italienischen Stararchitekten ist bei Martin Joos und seinen Gemeinderäten auch deshalb beliebt, weil sie in mehreren Bauabschnitten realisiert werden kann. Doch am liebsten wäre es dem Bürgermeister, wenn lieber heute als morgen die Arbeiter mit der Umgestaltung beginnen könnten, denn Bad Überkingen will sich als Thermalbadstandort noch stärker profilieren. Der Weg dahin ist nicht mehr weit
www.mineralbrunnen-ag.de

Matteo Thun
Matteo Thun ist 56 Jahre alt, war Schüler von Oskar Kokoschka an der Akademie von Salzburg und promovierte 1975 an der Universität Florenz zum Doktor der Architektur. 1983 bis 1996 war er Professor für Design an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien. 1984 gründete er ein eigenes Studio in Mailand und gestaltet dort fachübergreifend Architektur, Design und Kommunikation

 

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