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Geka und Tacho Control Semmler
Schwäbisches Knowhow aus dem Stauferland fährt auf den Autobahnen in ganz Europa mit: Sicherheitssysteme,Warndreiecke und Lkw-Kontrollgeräte. CONSTANTIN FETZER Zwei Unternehmen aus der Region machen die Straßen in Europa sicherer: „Geka“ stellt Warndreiecke und Sicherheitssysteme her, „Tacho Control Semmler“ entwickelt Prüfgeräte für die Lkw-Kontrollgeräte, einer Art modernem Fahrtenschreiber. Diese digitalen Boxen sind für jeden Lkw Pflicht - bei Semmler laufen die Fäden zusammen.
Hier steht ein Rechenzentrum, auf denen die Daten der Speditionen und ihrer Fahrer zwischengespeichert werden. So können via Datenleitung die Disponenten in Spanien sehen, was ihr Fahrer in Holland macht - oder eben auch anders herum. Ralf Semmler hat sich mit seinem Unternehmen auf die Produktion von Prüfgeräten spezialisiert, die für diese digitalen Fahrtenschreiber eingesetzt werden. Denn diese dürfen nicht gefälscht werden. Auch für Taxameter hat das Unternehmen amtliche Prüfmodule entwickelt. Die Firma „Semmler GmbH Tacho-Control“ aus dem Gewerbegebiet Voralb hat sich auf die Entwicklung und Produktion von Prüfgeräten für Fahrtenschreiber spezialisiert und ist europaweit aktiv. Digitale Kontrollgeräte, eine Art Fahrtenschreiber für Lastwagen, sind in Europa seit einiger Zeit Pflicht. Das Göppinger Unternehmen „Semmler GmbH Tacho-Control“ entwickelt und produziert Prüfgeräte für diese Geräte. Zudem hat eine Tochterfirma („Tacho-Control Data GmbH“) auch ein System installiert, mit dem die Fahrer die Daten auf der kleinen, persönlichen Chipkarte - die alle überprüfen können. Terminals dafür werden in Europa mehr und mehr aufgestellt. Im Rechenzentrum der Firma laufen die Fäden zusammen. So kann via Internet auch ein Disponent, der viele Kilometer vom Lastwagen entfernt in der Spedition sitzt, genau sehen, was das Kontrollgerät auf dem kleinen Chip des Fahrers gespeichert hat, ob noch Zeit ist für eine weitere Fahrt. Es ist ein einzigartiges System, dass Semmler hier entwickelt hat und betreibt. „Die aufwendige Technik bereitzustellen lohnt sich für eine kleine Spedition nicht“, erklärt Ralf Semmler. Darum stelle man diesen Firmen das System kostengünstig zur Verfügung. Schließlich müssten umfangreiche Datenschutz- und Aufbewahrungsvorgaben beachtet werden. Diesen Aufwand nimmt das Unternehmen den Fernfahrern ab - in zahlreichen Sprachen steht die Technik für die Trucker bereit. Auch in der Türkei hat das Unternehmen aus dem Filstal ebenfalls Fuß gefasst. „Der Markt ist sehr interessant für uns“, sagt Ralf Semmler. Das Land wolle in die EU aufgenommen werden und realisiere im Moment die gesetzlichen Standards, um dem Beitritt ein Stück näher zu kommen. Darum ist auch auf den Straßen in der Türkei das Kontrollgerät in den Lastwagen gefragt. Internationale Speditionen und Werkstätten sind Kunden von Ralf Semmler und seinem Team. Das „Tacho-Control-Zeichen“ gilt in der Branche als Gütesiegel. Seit 1986 gibt es das Unternehmen, das von Franz Semmler gegründet wurde. Er war einst Chef einer Lkw-Reparaturwerkstatt. Nebenher entwickelte er ein System, dass die bis dahin zeitaufwendige Prüfung und Wartung von Fahrtenschreibern an Lkw auf eine halbe Stunde deutlich verkürzte. Am Anfang sei es schwer gewesen, die Leute vom neuen System zu überzeugen. Heute ist die Branche von den Produkten aus dem Hause Semmler begeistert. Die Firma zählt zu den wenigen Herstellern weltweit, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Es ist ein Nischenmarkt, in dem das Unternehmen technisch ganz vorne mitmischt. Seit 2001 ist nun Ralf Semmler der Chef. Er berät zudem die Bundesregierung in einschlägigen, verkehrspolitischen Fragen. Auch die Europapolitik holt sich bei Ralf Semmler immer wieder Rat. Die aktuellen Gesetze kommen dem Göppinger Unternehmen freilich entgegen. Denn die Strafen, falls ein Lkw-Fahrer das digitale Kontrollgerät nicht an Bord hat, sind empfindlich. Mehrere Tausend Euro kann das kosten. Die Pflicht besteht für alle Lastwagen - auch für ausländische Fahrzeuge gilt das. Generell sind jedoch alle Fahrzeuge betroffen, die nach dem 1. Mai 2006 zugelassen wurden und ein Gewicht von mindestens 3,5 Tonnen haben. Alle zwei Jahre müssen die Kontrollgeräte zur Kalibrierung in die Werkstatt. „Dort bauen wir unsere Prüfgeräte direkt in den Bremsenprüfstand der Werkstatt ein. Das vereinfacht die Installation und natürlich auch die Handhabung“, erklärt Ralf Semmler. Die Menüführung des Messgerätes erfolgt über einen gewöhnlichen PC oder Laptop - für die Monteure also eine bequeme Art des Arbeitens. Doch nicht nur die Hard- und Software wird von Semmler Tacho-Control geliefert. „Wir bieten Schulungen für die Werkstatt-Mitarbeiter an und sind als ausführendes Organ des Verkehrsministeriums in Stuttgart auch zur Erteilung einer Werkstattermächtigung befugt“, berichtet Ralf Semmler. In den vergangenen Jahren wurden so mehrere 100 Fachkräfte geschult. Das geschieht meist in der hauseigenen Schulungsabteilung, in der vor Ort die Funktionen der Geräte erklärt werden kann. Ein weiterer Bereich sind Taximeter. „Wenn Sie in Deutschland in ein Taxi einsteigen, ist das Taximeter sicher mit einem Gerät von uns kalibriert worden“, sagt Ralf Semmler. www.tachocontrol.de www.geka-gmbh.com
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